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Verlang ich zuviel? (1983)

Verlang ich zuviel?

© Jürgen Renfordt / Walter Gerke

Draussen ist der Lärm schon lang verstummt,
nur der Kühlschrank in der Küche summt,
ich rauch die Zigarette von Dir,
denn du liegst schlafend neben mir...

Ich kenne deine Haut bei diesem Licht,
doch wer du wirklich bist das weiß ich nicht,
und trotzdem, ja, da bild ich mir ein...
dir näher als schon jetzt zu sein...

Verlang ich zuviel wenn ich dir sag,
das ich schon Pläne für uns mach,
gemeinsam dieselbe Richtung gehen,
zusammen in dieselbe Zukunft sehen...
Verlang ich zuviel in einer Nacht,
vielleicht hab ich schon zu weit gedacht,
erwarte ich mehr als du es fühlst,
weil du das alles ganz anders siehst?

Ich glaub du bist aus einem gutem Holz,
und Zärtlichkeit versteckt sich hinter Stolz,
das Leben hat dir Wunden bei gebracht,
und deine Schale hart gemacht
Vielleicht hast du den falschen Mann geliebt
Und mehr gegeben als zurückgekriegt
Vielleicht hab ich durch diese Nacht
Die Zukunft für uns 2 gebracht

Verlang ich zuviel wenn ich dir sag,
das ich schon Pläne für uns mach,
gemeinsam dieselbe Richtung gehen,
zusammen in dieselbe Zukunft sehen...

Verlang ich zuviel in einer Nacht,
vielleicht hab ich schon zu weit gedacht,
erwarte ich mehr als du es fühlst,
weil du das alles ganz anders siehst?

Verlang ich zuviel wenn ich dir sag,
das ich schon Pläne für uns mach,
gemeinsam dieselbe Richtung gehen,
zusammen in dieselbe Zukunft sehen...

Verlang ich zuviel in einer Nacht,
vielleicht hab ich schon zu weit gedacht,
erwarte ich mehr als du es fühlst,
weil du das alles ganz anders siehst?

Das Tagebuch

Ich fand im Schrank das Tagebuch von ihr,
die erste Seite handelte von mir,
ich las erstaunt die Worte die sie schrieb,
denn ich wusste nicht, daß sie mich so sehr liebt.

Sie schrieb: Ich weiß, das Du nicht weisst,
was Deine Liebe für mich heisst,
sie schrieb: Ich weiß, das Du nicht weisst,
daß ich für Dich durch ein Feuer ging egal wie heiß.

Sie lebte nur um für mich da zu sein,
doch mit der Zeit ließ ich sie oft allein,
Sie zeigte nie was sie dabei ertrug,
doch was sie fühlte stand im Tagebuch.

Sie schrieb: Ich weiß, das Du nicht weisst,
daß ich mich sehn nach Zärtlichkeit,
Sie schrieb: Ich weiß, das Du nicht weisst,
daß ich fast zerbreche an der Einsamkeit.

Ich fand im Schrank das Tagebuch von ihr,
und blätterte gespannt in dem Papier,
mir stockte fast der Atem, ich wurd' blaß,
als ich die allerletzte Seite las.

Sie schrieb: Ich weiß, das Du nicht weisst,
daß ich die Wahrheit Dir verschweig,
Sie schrieb: Ich weiß, das Du nicht weisst,
daß ich einen anderen liebe seit geraumer Zeit,

doch Du sollst nicht wissen was allein mein Tagebuch weiß...

... übrigens: Du wurdest als 38.107.191.112 erkannt.